Ludwig Mies van der Rohe

Weniger ist mehr.
Ludwig Mies van der Rohe war der letzte Direktor des Bauhauses und entwarf den Barcelona-Pavillon und das Seagram Building. Den Barcelona-Sessel entwarf er mit Lilly Reich.
Ludwig Mies van der Rohe wurde 1886 in Aachen in Deutschland als Maria Ludwig Michael Mies geboren. Sein Vater war Steinmetz, und der Sohn lernte früh Respekt vor Material und sorgfältigem Handwerk. Er erhielt keine formale Architekturausbildung, sondern erlernte den Beruf in Büros, unter anderem bei Peter Behrens in Berlin, wo auch Walter Gropius und Le Corbusier eine Zeit lang arbeiteten. Später fügte er seinem Namen „van der Rohe“ hinzu.
In den 1920er-Jahren entwarf er visionäre Projekte, darunter ein Hochhaus ganz aus Glas für Berlin, das nie gebaut wurde. 1927 leitete er die Werkbundausstellung Weißenhofsiedlung in Stuttgart, bei der die führenden Architekten der Moderne neue Wohnformen zeigten. Sein Durchbruch war der Deutsche Pavillon auf der Weltausstellung in Barcelona 1929, mit frei platzierten Wänden aus Marmor und Onyx unter einem flachen Dach, das von dünnen Stahlstützen getragen wird. Der Pavillon wurde nach der Ausstellung abgerissen, aber 1986 wieder aufgebaut. Gleichzeitig entwarf er die Villa Tugendhat in Brünn, die heute Welterbe ist.
Den Barcelona-Sessel und andere Möbel entwarf er in enger Zusammenarbeit mit der Designerin Lilly Reich, die lange seine Partnerin war. 1930 wurde er Direktor des Bauhauses, doch die Schule wurde 1933 unter dem Druck der Nationalsozialisten geschlossen. 1938 emigrierte er in die USA und wurde Leiter der Architekturausbildung am Armour Institute, dem späteren Illinois Institute of Technology, in Chicago, wo er auch den Campus der Hochschule entwarf.
In den USA verwirklichte er seine Vision einer Architektur aus Stahl und Glas. Das Farnsworth House in Illinois von 1951 ist ein Glashaus, das über dem Boden zu schweben scheint. Das Seagram Building in New York von 1958, entworfen mit Philip Johnson, wurde zum Vorbild unzähliger Bürohäuser. Sein letztes großes Werk war die Neue Nationalgalerie in Berlin, die 1968 eröffnet wurde.
Mies starb 1969 in Chicago. Der Ausspruch „Weniger ist mehr“ wird mit ihm verbunden, und er betonte Proportionen, exakte Details und freie, offene Räume. Er gilt als einer der wichtigsten Architekten des 20. Jahrhunderts, und seine verglasten Hochhäuser haben Großstädte auf der ganzen Welt geprägt, im Guten wie im Schlechten.