Georges Seurat

Georges Seurat
Unidentified photographer, Public domain

Erfinder des Pointillismus.

Seurat baute Bilder aus kleinen Punkten reiner Farbe nach der Farbwissenschaft seiner Zeit auf. Er starb mit 31 Jahren, beeinflusste aber eine ganze Generation.

Georges Seurat wurde 1859 in Paris in eine wohlhabende Familie geboren. Ab 1878 studierte er an der École des Beaux-Arts und erhielt eine klassische Ausbildung mit viel Zeichnen nach antiken Vorbildern. Gleichzeitig las er die wissenschaftlichen Schriften seiner Zeit über Farbe und Sehen, unter anderem die des Chemikers Michel-Eugène Chevreul.

Sein erstes großes Gemälde, „Badende in Asnières“ von 1884, wurde vom offiziellen Salon abgelehnt. Seurat gehörte damals zu den Mitbegründern des Salon des Indépendants, einer Ausstellung ohne Jury. Das Bild befindet sich heute in der National Gallery in London. Schon als Student verbrachte er viel Zeit mit Zeichnen und besuchte gern den Louvre, um die Kompositionen der Alten Meister zu studieren. Nach einer Zeit des Militärdienstes 1879–1880 begann er, selbstständig in seinem Atelier in Paris zu arbeiten.

Das Hauptwerk ist „Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte“, an dem er 1884–1886 arbeitete. Er fertigte Dutzende Skizzen und Zeichnungen an, bevor er die große Leinwand malte. Sie wurde 1886 auf der letzten Impressionistenausstellung gezeigt und erregte große Aufmerksamkeit. Das Gemälde befindet sich im Art Institute of Chicago.

Seurats Methode heißt Pointillismus oder Divisionismus. Statt die Farben auf der Palette zu mischen, setzte er kleine Punkte reiner Farbe nebeneinander, sodass sie sich im Auge des Betrachters vermischen. Ziel war eine hellere und wissenschaftlichere Malerei. Der Kritiker Félix Fénéon nannte die Richtung Neoimpressionismus. Seurat schuf auch sehr geschätzte Zeichnungen in schwarzer Kreide, in denen die Formen aus Hell und Dunkel hervorwachsen. Er bezog auch die Rahmen ein und malte manchmal einen Rand aus Punkten direkt auf die Leinwand, damit der Übergang zwischen Bild und Umgebung harmonisch wurde.

In den letzten Jahren malte er Motive aus Zirkus und Vergnügungsleben, wie „Der Zirkus“, heute im Musée d'Orsay. Er lebte heimlich mit dem Modell Madeleine Knobloch zusammen, und sie bekamen 1890 einen Sohn. Seurat starb 1891 plötzlich, nur 31 Jahre alt. Die Todesursache ist nicht ganz geklärt. Seine Ideen wurden von Paul Signac weitergeführt und beeinflussten sowohl die Fauves als auch die frühe abstrakte Kunst.