Tawaraya Sōtatsu

Begründer der Rinpa-Schule.

Tawaraya Sōtatsu führte eine Malerwerkstatt in Kyoto und schuf einen dekorativen Stil in Gold und leuchtenden Farben. „Der Wind- und der Donnergott“ ist sein bekanntestes Werk.

Tawaraya Sōtatsu wurde um 1570 geboren und starb um 1640. Über sein Leben ist nur sehr wenig bekannt. Er führte in Kyoto die Werkstatt Tawaraya, die für die wohlhabenden Kaufleute der Stadt und den Hofadel Fächer, Papiere und Stellschirme herstellte und verzierte. Die Werkstatt war für ihre kunstvoll bemalten Fächer bekannt.

Sōtatsu arbeitete mit dem Kalligrafen Hon'ami Kōetsu zusammen. Er malte Motive in Gold und Silber, etwa Kraniche, Hirsche und Blumen, auf lange Papierrollen, die Kōetsu anschließend mit Gedichten beschriftete. 1602 war er an der Restaurierung einer berühmten Sammlung illustrierter Sutren aus dem 12. Jahrhundert im Itsukushima-Schrein beteiligt, was ihm den Kontakt zur älteren Kunst der Heian-Zeit verschaffte.

Er erneuerte die einheimische japanische Malerei, das Yamato-e, mit großen, vereinfachten Formen, kräftigen Farben und Goldgründen. Er entwickelte die Technik des Tarashikomi, bei der man eine neue Farbe oder Tusche in eine noch feuchte Schicht tropfen lässt. Die Farben verlaufen ineinander und bilden weiche, unvorhersehbare Muster. Seine Motive stammten oft aus der klassischen Literatur, etwa aus der Geschichte vom Prinzen Genji.

Sein bekanntestes Werk ist „Der Wind- und der Donnergott“, ein Paar Stellschirme aus dem Tempel Kennin-ji in Kyoto, die heute im Nationalmuseum Kyoto aufbewahrt werden. Die beiden Götter schweben auf Wolken vor einem leeren Goldgrund, mit einem weiten Leerraum zwischen sich. Das Bild verbindet Humor mit Kraft. Die Stellschirme „Wellen bei Matsushima“ befinden sich in der Freer Gallery of Art in Washington.

Sōtatsu gilt als Begründer der dekorativen Rinpa-Tradition, die nach Ogata Kōrin benannt wurde. Kōrin und später Sakai Hōitsu kopierten „Der Wind- und der Donnergott“; die drei Fassungen zeigen, wie die Rinpa von Generation zu Generation weitergegeben wurde, ohne dass es ein direktes Lehrer-Schüler-Verhältnis gab.