Perspektive und Tiefe
Wie macht man aus einer flachen Fläche einen Raum? Die Künstler der Renaissance fanden die Antwort in der Geometrie.
Die Zentralperspektive wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts vom Architekten Brunelleschi in Florenz vorgeführt. Alle Linien, die geradewegs ins Bild hineinführen, treffen sich in einem Fluchtpunkt auf dem Horizont, in Augenhöhe des Betrachters. Masaccio, Piero della Francesca und Leonardo machten sie zur Grundlage der Malerei der Renaissance.
Lange davor gab es andere Möglichkeiten, Tiefe zu zeigen: Dinge höher im Bild anzuordnen, sie einander überlappen zu lassen oder wichtige Personen größer darzustellen. Die Bilder des Mittelalters sind nicht „falsch“ – sie folgen anderen Regeln. Und die Modernisten, von Cézanne bis zu den Kubisten, zerbrachen die Perspektive bewusst wieder.