Empire und Biedermeier
Der Stil des Kaisers war schwer, symmetrisch und voller Siegessymbole. Das bürgerliche Biedermeier war sein Gegenstück: schlichte, bequeme Möbel aus hellem Holz für das Wohnzimmer der Familie.
Empire ist der Stil Napoleons. Die Architekten Charles Percier und Pierre-François-Léonard Fontaine richteten die Schlösser des Kaisers ein und gaben ihre Entwürfe als Musterbuch heraus. Die Möbel waren blockförmig und symmetrisch, aus dunklem Mahagoni mit vergoldeten Bronzebeschlägen: Siegeskränze, Schwäne, Löwentatzen, Bienen und der Buchstabe N. Ägyptische Motive kamen nach dem Ägyptenfeldzug 1798–1801 in Mode.
Der Stil verbreitete sich mit Napoleons Kriegen und seinen Verwandten auf den Thronen Europas. In Schweden kam er mit Karl XIV. Johann, dem früheren französischen Marschall Bernadotte, und wird deshalb Karl-Johan-Stil genannt. Die schwedischen Möbel wurden oft aus einheimischer Birke oder aus Mahagoni gefertigt, mit kräftigen Formen und wenigen Beschlägen.
In den deutschsprachigen Ländern und im Norden entwickelte das Bürgertum nach den Napoleonischen Kriegen einen eigenen Stil, der später Biedermeier genannt wurde. Die Möbel waren schlicht und gut gearbeitet, aus hellen Hölzern wie Kirsche, Birne und Birke, mit glatten Flächen, auf denen die Maserung des Holzes als Dekor diente. Hier machte Michael Thonet seine ersten Schritte hin zu den Bugholzmöbeln.