Michelangelo Buonarroti

Michelangelo Buonarroti
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Der Bildhauer, der auch die Sixtinische Kapelle malte.

Michelangelo sah sich vor allem als Bildhauer, malte aber die Decke und die Altarwand der Sixtinischen Kapelle und entwarf die Kuppel des Petersdoms. Seine Figuren sind muskulös und voller innerer Kraft.

Michelangelo Buonarroti wurde am 6. März 1475 in Caprese in der Toskana geboren, wuchs aber in Florenz auf. Sein Vater war ein Beamter aus dem niederen Adel, der nicht wollte, dass der Sohn Künstler wurde. Dennoch kam er mit dreizehn Jahren in die Lehre bei dem Maler Domenico Ghirlandaio. Kurz darauf wurde er in den Kreis Lorenzo de’ Medicis aufgenommen, wo er antike Skulpturen studierte und humanistischen Philosophen begegnete.

Sein Durchbruch kam in Rom mit der Pietà im Petersdom, geschaffen 1498–99. Sie zeigt Maria mit dem toten Christus auf dem Schoß und ist das einzige Werk, das er signierte. Zurück in Florenz meißelte er 1501–04 den David aus einem Marmorblock, den andere aufgegeben hatten. Die Statue ist über fünf Meter hoch und steht heute in der Galleria dell’Accademia. 1505 wurde er von Papst Julius II. nach Rom gerufen, um dessen Grabmal zu schaffen. Das Projekt wurde verkleinert und zog sich vierzig Jahre hin, er selbst nannte es eine Tragödie. Der mächtige Moses ist Teil des endgültigen Grabmals in San Pietro in Vincoli.

Gegen seinen Willen malte er 1508–12 die Decke der Sixtinischen Kapelle, mit der Schöpfung, dem Sündenfall und der Sintflut, Propheten und Sibyllen. Die „Erschaffung Adams“ ist zu einem der bekanntesten Bilder der Welt geworden. Mehr als zwanzig Jahre später, 1536–41, malte er „Das Jüngste Gericht“ an der Altarwand der Kapelle. Er arbeitete auch als Architekt. Er entwarf die Medici-Kapelle und die Biblioteca Laurenziana bei San Lorenzo in Florenz, den Platz auf dem Kapitol in Rom und ab 1546 den Petersdom, dessen Kuppel nach seinem Tod vollendet wurde.

Für Michelangelo war der menschliche Körper der wichtigste Ausdruck der Seele. Seine Figuren sind muskulös, gedreht und mit Kraft aufgeladen. Er war der Ansicht, die Skulptur sei im Stein verborgen und müsse befreit werden. Er war temperamentvoll, misstrauisch und arbeitete meist allein. Er schrieb auch Gedichte, unter anderem an seine Freunde Tommaso de’ Cavalieri und Vittoria Colonna. Er heiratete nie. Er starb 1564 in Rom, fast 89 Jahre alt, und wurde in Florenz beigesetzt.

Schon zu Lebzeiten wurde er „der Göttliche“ genannt, und zwei Biografien über ihn erschienen, als er noch lebte. Er veränderte die Sicht auf den Künstler als Genie und beeinflusste Manierismus und Barock tiefgreifend.