Dieter Rams und die zehn Thesen für gutes Design
Dieter Rams, geboren 1932, ist ein deutscher Industriedesigner, der ab 1955 für Braun arbeitete und über dreißig Jahre lang Designchef des Unternehmens war. Bekannt ist er für streng gestaltete Radiogeräte, Plattenspieler und Haushaltsgeräte und für seine zehn Thesen für gutes Design, zusammengefasst in den Worten „Weniger, aber besser“.
Fakten
- Geboren: 1932 in Wiesbaden
- Braun: Eintritt 1955, Designchef 1961–1995
- Bekannte Werke: Braun SK 4 (1956, mit Hans Gugelot), Taschenradio T3 (1958), Regalsystem 606
- Motto: Weniger, aber besser
- Hintergrund: Hochschule für Gestaltung Ulm
Braun und die Schule in Ulm
Als die Brüder Erwin und Artur Braun Anfang der 1950er-Jahre das Elektronikunternehmen ihres Vaters übernahmen, wollten sie die Produkte erneuern. Sie arbeiteten mit Lehrern der Hochschule für Gestaltung Ulm zusammen, der Schule, die die Ideen des Bauhauses weiterführte. Dort war unter anderem der Designer Hans Gugelot tätig.
Dieter Rams, ausgebildeter Architekt und Tischler, wurde 1955 eingestellt und rasch zu einem der wichtigsten Gestalter. Ab 1961 leitete er die Designabteilung, und dort blieb er bis 1995. Mehr zur Schule und zum Unternehmen unter Ulm und Braun.
Die Produkte
Die SK 4 von 1956, eine Kombination aus Radio und Plattenspieler, gestaltet von Rams und Hans Gugelot, hatte statt Holz einen Deckel aus durchsichtigem Plexiglas. Das trug ihr den Spitznamen Schneewittchensarg ein und war revolutionär in einer Zeit, in der Radiogeräte oft in Möbel eingebaut wurden.
Das Taschenradio T3 von 1958 hat einen runden Lautsprecher mit einem Raster aus Löchern und einen schlichten Drehknopf. Es wird oft als Vorbild des iPod genannt, und die Designer von Apple haben offen über den Einfluss von Rams gesprochen. Das Regalsystem 606 für Vitsœ von 1960 wird noch immer hergestellt.
Die zehn Thesen
Gegen Ende der 1970er-Jahre fragte sich Rams, ob sein eigenes Design gutes Design sei, und formulierte zehn Thesen. Gutes Design ist innovativ, macht ein Produkt brauchbar, ist ästhetisch, macht ein Produkt verständlich und ist unaufdringlich.
Gutes Design ist außerdem ehrlich, langlebig, konsequent bis ins letzte Detail, umweltfreundlich und so wenig Design wie möglich. Die letzte These ist in seinem Motto zusammengefasst: weniger, aber besser. Die Thesen sind keine Regeln dafür, wie etwas aussehen soll, sondern Fragen, die man an jedes Objekt richten kann.
Rams und die Umwelt
Rams übte früh Kritik an der Wegwerfkultur, zu der Design seiner Meinung nach oft beitrug. Er vertrat die Ansicht, dass Designer Verantwortung dafür tragen, dass Produkte lange halten, sich reparieren lassen und nicht unnötig veralten. Dieses Prinzip hat heute neue Aktualität gewonnen, da Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung im Mittelpunkt stehen.
Er hat auch von Design gesprochen als etwas, das einen Schritt zurücktreten soll. Ein Objekt soll kein Kunstwerk und keine Dekoration sein, sondern ein Werkzeug, neutral und zurückhaltend, damit die Menschen und ihr Leben Raum haben.
So erkennst du den Stil von Rams
Rams’ Produkte haben einfache geometrische Formen, oft Rechtecke und Kreise, in Weiß, Hellgrau oder Schwarz, mit einem einzelnen Farbakzent an einem Knopf oder Regler. Die Bedienelemente sind klar angeordnet und zeigen, wie sie zu benutzen sind. Nichts ist dekorativ ohne Funktion.
Vergleiche mit der Küchenuhr von Max Bill, einem weiteren Objekt aus Ulm, und mit späterer Elektronik wie dem Macintosh. Lies auch die Ratgeber zum Bauhaus und zum skandinavischen Design, und sieh dir weitere Geräte in der Kategorie Technik an.
Die zehn Thesen in Kürze
- Innovativ, brauchbar und ästhetisch
- Macht das Produkt verständlich und ist unaufdringlich
- Ehrlich: verspricht nicht mehr, als das Produkt halten kann
- Langlebig und konsequent bis ins letzte Detail
- Umweltfreundlich
- So wenig Design wie möglich: weniger, aber besser
Übung
Welches Motto fasst Dieter Rams’ Auffassung von Design zusammen?
- Die Form folgt der Funktion
- Weniger, aber besser
- Weniger ist langweilig
- Dieter Rams
- Ulm und Braun
- SK 4
- Hans Gugelot
- T3
- iPod
- Küchenuhr
- Max Bill
- Macintosh
- Bauhaus
- skandinavischen Design
- Technik
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