Rolex oder Tudor? Der Unterschied zwischen den Schwestermarken

Rolex und Tudor wurden beide von Hans Wilsdorf gegründet. Tudor war als günstigere Marke gedacht, mit demselben Gehäuse und Armband wie Rolex, aber mit zugekauften Uhrwerken, und ältere Tudor-Uhren tragen daher die Aufschrift Rolex auf Gehäuse und Krone. Der Unterschied liegt in Uhrwerk, Preis und Details: Tudor hat die Rose oder das Schild auf dem Zifferblatt und eigene Zeiger wie die Snowflake-Zeiger, und seit den 2010er-Jahren auch eigene Uhrwerke.

Fakten

Zwei Marken, ein Gründer

Rolex wurde von Hans Wilsdorf und Alfred Davis in London gegründet und zog nach dem Ersten Weltkrieg nach Genf. Wilsdorf setzte auf die Armbanduhr, als die meisten noch Taschenuhren trugen, und das wasserdichte Oyster-Gehäuse von 1926 und der automatische Rotor von 1931 wurden zur Grundlage der Marke; siehe Oyster Perpetual.

Wilsdorf wollte Händlern auch eine Uhr mit derselben Robustheit zu einem niedrigeren Preis anbieten können, und er ließ 1926 den Namen Tudor eintragen. Die Idee war einfach: Tudor sollte die Gehäuse und Armbänder von Rolex verwenden, die den teuren und schwierigen Teil ausmachten, aber zugekaufte Uhrwerke anderer Schweizer Hersteller. Deshalb tragen ältere Tudor-Uhren die Aufschrift Rolex auf Gehäuse und Krone.

Submariner und Tudor Submariner

Am besten zeigt sich die Verwandtschaft bei den Taucheruhren. Die Rolex Submariner kam 1953 und die Tudor Submariner 1954, mit demselben Oyster-Gehäuse, derselben drehbaren Lünette und fast demselben Zifferblatt. Der Unterschied lag im Uhrwerk und im Preis. Die Tudor Submariner wurde an die Marinen mehrerer Länder geliefert, darunter die französische, die die Uhr jahrzehntelang nutzte.

Gegen Ende der 1960er-Jahre erhielten Tudors Taucheruhren eckige Zeiger, die Snowflake-Zeiger genannt werden und zum Kennzeichen der Marke wurden. Über die Taucheruhren von Rolex und wie sie sich im Lauf der Jahrzehnte verändert haben, gibt es einen eigenen Ratgeber, Rolex Submariner.

Das Uhrwerk: zugekauft oder eigen

Die Uhrwerke von Rolex sind eigene Konstruktionen der Marke, während Tudor in den meisten Jahren seiner Geschichte auf zugekauften Uhrwerken aufbaute, die angepasst und in Rolex-Gehäuse eingesetzt wurden. Für den Käufer bedeutete das dieselbe Robustheit und Dichtheit, aber ein einfacheres Uhrwerk zu einem niedrigeren Preis.

Das hat sich geändert. Tudor fertigt seit den 2010er-Jahren auch eigene Uhrwerke, und die neueren Modelle haben eigene Gehäuse ohne Rolex-Kennzeichnung. Der Unterschied liegt heute daher eher in Gestaltung, Material und Preis. Wie ein automatisches Uhrwerk funktioniert, erklärt der Ratgeber zu Automatikuhren und Quarzuhren, und die Hemmung das Diagramm weiter unten.

Die Rose, das Schild und die Krone

Das Zifferblatt ist der schnellste Weg, sie zu unterscheiden. Rolex hat seine Krone auf dem Zifferblatt und auf der Aufzugskrone sowie eine Lupe über dem Datumsfenster bei Modellen mit Datum. Ältere Tudor haben eine Rose, manchmal in einem Schild, und ab Ende der 1960er-Jahre wurde das Schild allein zum Symbol der Marke, auch wenn die Rose bei einigen Modellen erhalten blieb.

Schau auch zwischen die Bandanstöße und auf den Gehäuseboden. Ältere Tudor-Uhren tragen dort oft die Kennzeichnung Rolex, weil das Gehäuse von Rolex kam, während neuere Tudor eigene Kennzeichnungen haben. Eine Uhr mit Tudor auf dem Zifferblatt und Rolex auf dem Gehäuse ist also nicht unbedingt falsch, sondern oft ein Zeichen für ihr Alter.

Black Bay und das neue Tudor

Lange galt Tudor als die billigere Version von Rolex. Das änderte sich, als 2012 die Black Bay kam. Sie beruhte auf den Taucheruhren der 1950er- und 60er-Jahre, mit Snowflake-Zeigern und farbiger Lünette, war aber ein eigenes Modell und machte Tudor in den Augen der Öffentlichkeit zu einer eigenen Marke.

Heute haben die Marken unterschiedliche Rollen. Rolex ist die teure, klassische Marke mit Modellen, die sich nur nach und nach ändern, Tudor die etwas freiere, mit historischen Vorbildern und niedrigeren Preisen. Beide gehören der Stiftung, die Hans Wilsdorf gegründet hat.

Worauf du achten solltest: fünf Unterschiede

Lies Namen und Symbol auf dem Zifferblatt: Krone oder Rose und Schild. Betrachte die Zeiger: Snowflake-Zeiger sind Tudors. Suche nach der Datumslupe, die ein Rolex-Kennzeichen ist. Drehe die Uhr um und betrachte die Kennzeichnung zwischen den Bandanstößen und auf dem Gehäuseboden. Und frage nach dem Uhrwerk, das viel vom Preis bestimmt.

Weitere Uhren beider Marken, mit Fotos und Jahr, findest du unter Uhren, und wie du eine Uhr anhand von Referenz- und Seriennummer datierst, steht im Ratgeber zum Datieren einer Armbanduhr. Rolex’ Platz unter den Klassikern zeigt der Ratgeber zu den ikonischsten Uhren.

Daran erkennst du ihn

Übung

Eine ältere Taucheruhr hat ein Schild auf dem Zifferblatt, eckige Zeiger und die Kennzeichnung Rolex zwischen den Bandanstößen. Was ist sie wahrscheinlich?