Klassische Kameras: Leica, Hasselblad und die anderen

Die klassischen Kameras sind die, die veränderten, wie Menschen fotografierten: die Kodak Brownie, die das Fotografieren 1900 zu einer Massenbewegung machte, die Leica, die 1925 die kleine 35-mm-Kamera möglich machte, die Rolleiflex mit ihrem zweiäugigen Sucher, die Hasselblad mit austauschbaren Teilen, die Nikon F, die zur Spiegelreflexkamera der Pressefotografen wurde, die Canon AE-1 und die Pentax K1000 für Amateure und die Polaroid SX-70 mit dem im Licht entwickelten Bild.

Fakten

Von Voigtländer bis Brownie

Die Ganzmetallkamera von Voigtländer von 1841 war eine kegelförmige Kamera aus Messing für Daguerreotypien, mit einem lichtstarken Objektiv, das der Mathematiker Joseph Petzval berechnet hatte. Die Belichtungszeit für ein Porträt verkürzte sich von vielen Minuten auf unter eine Minute.

Sechzig Jahre später brachte Kodak die Brownie auf den Markt, eine Boxkamera, die im Jahr 1900 einen Dollar kostete und sich an Kinder richtete. Der Film war billig, und Fotografieren wurde etwas, das jeder konnte. Der Name wurde für viele Modelle bis in die 1980er-Jahre verwendet.

Die Leica und der 35-mm-Film

Oskar Barnack baute in der optischen Werkstätte von Ernst Leitz in Wetzlar vor dem Ersten Weltkrieg eine kleine Kamera, um Kinofilm zu testen, und sie ging 1925 als Leica in Serie. Mit einer kleinen Kamera konnte sich der Fotograf frei bewegen, und mit ihr entstanden die Straßenfotografie und der moderne Fotojournalismus. Die Leica III von 1933 erhielt einen gekoppelten Entfernungsmesser und Verschlusszeiten von einer Sekunde bis zu einer tausendstel Sekunde.

Die Leica M3 wurde 1954 vorgestellt, mit Sucher und Messsucher im selben Fenster und Objektiven, die mit einem Bajonett befestigt wurden. Henri Cartier-Bresson und viele andere benutzten sie, und die M-Serie von Leica hat seither dieselbe Grundform behalten, wobei die M6 von 1984 einen eingebauten Belichtungsmesser erhielt. Die Konkurrentin Contax von Zeiss Ikon kam 1932.

Rolleiflex und Hasselblad

Die Rolleiflex von 1929 ist eine zweiäugige Spiegelreflexkamera: Das obere Objektiv zeigt das Bild in einem Spiegel, in den der Fotograf von oben hineinsieht, und das untere nimmt das Bild auf Rollfilm im Mittelformat auf. Sie war kleiner und leichter als die großen Kameras der Zeit und wurde ein Favorit bei Presse- und Modefotografen, darunter Vivian Maier.

Victor Hasselblad baute im Krieg Fluggeräte-Kameras für die schwedische Luftwaffe und stellte 1948 die zivile 1600F vor, gestaltet mit Sixten Sason. Das System mit austauschbaren Teilen ermöglichte es dem Fotografen, den Film mitten in einer Rolle zu wechseln. Die 500C von 1957 hatte den Verschluss in den Objektiven und wurde zum Standard für Berufsfotografen, und Hasselblad-Kameras flogen 1969 mit zum Mond. Mehr zur Marke Hasselblad.

Die Spiegelreflexkamera setzt sich durch

In einer Spiegelreflexkamera sieht der Fotograf durch dasselbe Objektiv, das das Bild aufnimmt, über einen Spiegel, der hochklappt, wenn sich der Verschluss öffnet. Die Nikon F von 1959 ließ sich mit verschiedenen Suchern, Motoren und Objektiven umbauen und wurde zum Standard für Pressefotografen. Die Pentax Spotmatic von 1964 gehörte zu den ersten, die das Licht durch das Objektiv maßen.

In den 1970er-Jahren wurden die Kameras kleiner und billiger. Die Olympus OM-1 von 1972 brachte andere Hersteller dazu, ihre Kameras zu verkleinern, die Canon AE-1 von 1976 war die erste, die von einem Mikroprozessor gesteuert wurde, und die mechanische Pentax K1000 wurde zum Standard der Fotoschulen. Die Minolta 7000 von 1985 hatte Autofokus mit dem Motor im Gehäuse, und die ganze Branche folgte.

Sofortbilder und Kompaktkameras

Edwin Land kam auf die Idee des Sofortbilds, als seine Tochter fragte, warum sie das Bild nicht gleich sehen durfte. Die Polaroid Model 95 von 1948 lieferte nach etwa einer Minute ein fertiges Bild, und die zusammenklappbare Spiegelreflexkamera SX-70 von 1972 gab ein Bild aus, das im Licht entwickelt wurde.

Andere Kameras machten das Fotografieren einfacher. Die Kodak Instamatic von 1963 wurde mit einer Kassette geladen, die Olympus Pen von 1959 nahm zwei Bilder auf jedes Bildfeld auf, die Olympus Trip 35 wurde von einer Solarzelle rund um das Objektiv betrieben, und die Rollei 35 war eine der kleinsten Kameras für das Vollformat.

Blende, Verschlusszeit und das Digitale

Alle diese Kameras steuern das Licht auf dieselben zwei Arten: Die Blende ist die Größe der Öffnung und bestimmt die Schärfentiefe, die Verschlusszeit ist die Dauer, für die das Licht eingelassen wird, und bestimmt die Bewegungsunschärfe. Das Diagramm „Blende und Verschlusszeit“ unten lässt dich verschiedene Paare ausprobieren.

Die Nikon D1 von 1999 machte das digitale Fotografieren für Berufsfotografen möglich, und die Presse wechselte schnell. Doch viele der mechanischen Kameras funktionieren noch immer, und Film wird wieder verwendet. Weitere Kameras und andere Technik findest du in der Kategorie Technik.

Daran erkennst du ihn

Übung

Welche Kamera hat zwei Objektive übereinander, von denen das obere das Bild in einem Spiegel zeigt?