Möbelbegriffe: Ein Glossar, um Möbel zu erkennen

Möbelbegriffe sind die Wörter, mit denen man Teile, Techniken und Typen eines Möbels beschreibt. Die wichtigsten sind Zarge, Zapfen und Zapfenloch, Schwalbenschwanz, Furnier, Intarsie, Kabriolbein, Kommode, Anrichte, Sekretär und Sessel. Wenn du sie kennst, kannst du ein Möbel lesen und datieren.

Fakten

Konstruktion

Das Tragwerk eines Stuhls oder Tisches beruht auf wenigen Teilen. Die Zarge ist der Rahmen, der die Beine unter einer Sitzfläche oder Tischplatte verbindet. Die Beine sind meist mit Zapfen befestigt, einem herausgearbeiteten Teil an dem einen Holzstück, der in ein Loch, das Zapfenloch, im anderen passt. Zapfenverbindungen werden verleimt, manchmal mit Holzdübeln.

Eine Schublade wird mit Schwalbenschwänzen zusammengesetzt, einer Art Zinkenverbindung, bei der die Holzteile ineinandergreifen. Sie unterscheiden Handarbeit von maschineller Fertigung, wie du im Ratgeber zum Datieren einer antiken Kommode nachlesen kannst. Der Boden der Schublade heißt Bodenplatte, ihre Seiten sind die Schubladenzargen. Eine Sprosse ist eine schmale, senkrechte Leiste in einer Stuhllehne, und ein Rückensplat ist ein breites, oft geformtes Brett in der Mitte der Lehne.

Oberflächen und Dekor

Furnier ist eine dünne Platte aus edlem Holz, die auf ein billigeres Holz geleimt wird. So kann man eine schöne, aber teure Holzart wie Mahagoni, Rosenholz oder Birkenmaser verwenden, ohne das ganze Möbel daraus zu bauen. Maser ist Oberflächenholz von Wucherungen an Bäumen mit einer kräftigen Zeichnung. Eine Intarsie, auch Marketerie genannt, ist ein Bild oder Muster aus verschieden gefärbten Holzstücken, die in eine Oberfläche eingelegt werden.

Vergoldung und Lack erzeugen andere Wirkungen. Bei der Vergoldung wird Blattgold über Gips aufgetragen, und Lack ergibt eine glänzende, harte Oberfläche. Patina ist der weiche Glanz und die Nachdunkelung, die durch Alter und Gebrauch entstehen und die Sammler schätzen. Beschläge können aus Messing oder aus feuervergoldeter Bronze (Ormolu) bestehen, wie an der Rokokokommode. Mehr zum Stil im Ratgeber zu Rokokomöbeln.

Beine und Formen

Die Form des Beins verrät viel über die Epoche. Das Kabriolbein biegt sich im Knie nach außen und zum Fuß hin nach innen und gehört zum Rokoko. Das Säbelbein ist nach hinten geschwungen wie eine Säbelklinge und findet sich an Empire- und Biedermeiermöbeln. Säulenbeine sind wie Säulen gedrechselt. Das vierkantige oder sich verjüngende Bein ist gerade und schlank, wie am gustavianischen Stuhl.

Ein Stuhl mit gedrechselten Beinen und Sprossen in einem Rahmen kann ein Windsor-Stuhl sein, bei dem die Beine direkt in einem massiven Sitz stecken. Der Shaker-Stuhl hat eine gerade, schlichte Form, und der Thonet Nr. 14 besteht aus dampfgebogenem Buchenholz. Weitere solche Klassiker findest du im Ratgeber Stühle, die man kennen sollte.

Möbeltypen

Die Kommode ist ein niedriges Möbel mit Schubladen, das um 1700 erfunden wurde. Die Anrichte ist niedriger und breiter und steht im Esszimmer. Ein Chiffonnier ist ein schmales, hohes Möbel mit Schubladen. Der Sekretär hat eine herunterklappbare Schreibplatte und dahinter Schubladen und kleine Fächer. Ein Klappsekretär kann ein Schrank mit einer Klappe sein, die zu einer Schreibfläche heruntergeklappt wird.

Ein Sessel ist ein Stuhl mit Armlehnen und gepolstertem Sitz. Die Bergère ist ein tiefer, bequemer Sessel mit geschlossenen Seiten, typisch für das Rokoko. Ein Kanapee ist ein Sofa mit Holzrahmen und gepolstertem Sitz, und ein Tagesbett ist ein Sofa, das als Bett genutzt werden kann. Wie die Stile aufeinander folgen, liest du unter Möbelstile in zeitlicher Reihenfolge und im Beitrag zum Biedermeier; siehe auch die Kategorie Möbel.

Daran erkennst du ihn

Übung

Wie heißt der Rahmen, der die Beine unter einer Stuhlsitzfläche verbindet?