Architektur in New York: Brücken, Wolkenkratzer und Guggenheim
Die Architektur New Yorks besteht aus Wolkenkratzern, Brücken und Museen. Sieh dir die Brooklyn Bridge von 1883 an, mit gotischen Türmen aus Granit und Stahlkabeln, das Art-déco-Chrysler Building und das Empire State Building von 1930 und 1931, Mies van der Rohes Seagram Building von 1958, das Vorbild für das Bürohochhaus in aller Welt, Frank Lloyd Wrights spiralförmiges Guggenheim-Museum von 1959 und Philip Johnsons postmodernes AT&T Building von 1984. Zusammen zeigen sie, wie das Hochhaus von der Stilarchitektur zum Glas und zurück zu historischen Zitaten gelangte.
Fakten
- Brooklyn Bridge: 1869–1883, Roebling; bei der Einweihung die längste Hängebrücke der Welt
- Empire State Building: 1931, 381 Meter; fast vierzig Jahre lang das höchste der Welt
- Seagram Building: 1954–1958, Mies van der Rohe und Philip Johnson
- Guggenheim-Museum: 1956–1959, Frank Lloyd Wright
- AT&T Building: 1978–1984, Philip Johnson und John Burgee
- Das Straßennetz: Manhattans Raster wurde 1811 geplant
Brooklyn Bridge: Ingenieurskunst im gotischen Gewand
Die Brooklyn Bridge zwischen Manhattan und Brooklyn wurde von dem in Deutschland geborenen Ingenieur John A. Roebling entworfen, der 1869 nach einem Unfall starb, bevor der Bau begonnen hatte. Sein Sohn Washington Roebling übernahm, erkrankte aber nach der Arbeit in den Druckkammern unter dem Fluss an der Taucherkrankheit und leitete den Bau von einem Fenster aus, während seine Frau Emily Warren Roebling seine Anweisungen weitergab. Die Brücke wurde 1883 eingeweiht und war damals die längste Hängebrücke der Welt, mit einer Hauptspannweite von etwa 486 Metern und Kabeln aus Stahldraht.
Die Granittürme mit ihren spitzbogigen Öffnungen verleihen der Brücke einen fast kirchlichen Ausdruck, und das ist typisch für das 19. Jahrhundert: Die neue Technik bekam gern eine historische Form. Geh über den erhöhten Holzweg in der Mitte der Brücke, mit Blick auf die Skyline von Manhattan.
Die Wolkenkratzer vor dem Krieg
Der Wolkenkratzer wurde in Chicago geboren, wuchs aber in New York am höchsten. Manhattan war schon 1811 in einem Raster geplant worden, und die teuren Grundstücke ließen die Häuser in die Höhe wachsen. Das Flatiron Building von 1902 füllt ein spitzes Grundstück, wo der Broadway die Fifth Avenue kreuzt, und das Woolworth Building von 1913, 241 Meter hoch, wurde wegen seiner gotischen Details Kathedrale des Handels genannt. Wie Stahlskelett und Aufzüge den Wolkenkratzer möglich machten, erklärt der Ratgeber zur Geschichte des Wolkenkratzers.
Als die Häuser immer höher wurden, kamen Vorschriften, die verlangten, dass sie nach oben gestaffelt werden, damit Licht auf die Straße gelangte. Die Rücksprünge gaben den Art-déco-Wolkenkratzern ihre Form. Das Chrysler Building von William Van Alen, 1930 fertig, wird von einer Spitze aus rostfreiem Stahl gekrönt und überholte den Eiffelturm als höchstes Bauwerk der Welt. Im Jahr darauf stand das Empire State Building nach gut einem Jahr Bauzeit fertig da, 381 Meter hoch und 443 Meter mit dem Mast. Es blieb fast vierzig Jahre lang das höchste Gebäude der Welt, und du findest es im Höhendiagramm unten neben dem Eiffelturm und dem Burj Khalifa. Die Rekorde im Lauf der Geschichte werden im Ratgeber zu den höchsten Gebäuden der Welt verglichen.
Seagram Building: die Glaskiste als Vorbild
Nach dem Krieg kam der Internationale Stil. Das Seagram Building an der Park Avenue, entworfen von Ludwig Mies van der Rohe zusammen mit Philip Johnson und 1958 fertig, steht zurückgesetzt hinter einem offenen Platz. Indem es den Platz freiließ, verzichtete das Spirituosenunternehmen Seagram auf vermietbare Fläche, um der Stadt einen Raum zu schenken. Die Fassade ist ein Raster aus Bronzeprofilen und braunem Glas.
Mies wollte das Tragwerk zeigen, doch die Brandschutzvorschriften verlangten, dass der Stahl in Beton eingekleidet wurde. Er setzte stattdessen die Bronzeprofile davor, als Bild der Konstruktion. Das Gebäude wurde so einflussreich, dass New York 1961 seine Bauvorschriften änderte, um offene Plätze an Hochhäusern zu belohnen, und es wurde zum Vorbild für Tausende von Bürotürmen. Der Architekt wird im Ratgeber zu Mies van der Rohe beschrieben.
Guggenheim: die Spirale an der Fifth Avenue
Entlang des Central Park, der ab 1858 angelegt wurde, liegen die großen Museen der Stadt. Das Guggenheim-Museum, das 1959 eröffnete, ein halbes Jahr nach Frank Lloyd Wrights Tod, bricht mit allem in der Umgebung: eine weiße Spirale aus Beton, die sich nach oben weitet. Die Besucher fahren mit dem Aufzug hinauf und gehen eine Rampe in sechs Windungen um einen Lichthof mit Glaskuppel hinab, und die Kunst hängt entlang der Wände der Rampe. Wright wird im Ratgeber zu Frank Lloyd Wright beschrieben, und das Museum wird im Ratgeber zu den berühmten Museumsbauten mit anderen verglichen.
In den Museen weiter unten an der Fifth Avenue und in Midtown hängen einige der Werke aus dem Kunstteil. Im Museum of Modern Art befinden sich van Goghs Sternennacht und Picassos Les Demoiselles d’Avignon, und im Metropolitan Museum Hokusais Die große Welle vor Kanagawa.
AT&T Building: die Postmoderne nimmt Platz
Philip Johnson hatte selbst an der Entstehung des Internationalen Stils mitgewirkt, doch mit dem AT&T Building an der Madison Avenue, 1984 fertig, wandte er sich gegen ihn. Der Wolkenkratzer ist mit rosa Granit verkleidet und wird von einem gebrochenen Giebel wie bei einer Chippendale-Kommode gekrönt. Das Hochhaus sollte nicht länger eine anonyme Glaskiste sein, sondern wie eine klassische Säule Sockel, Schaft und Kapitell haben. Das Haus wurde zu einem Symbol der postmodernen Architektur.
Spaziere gern vom Seagram Building zum AT&T Building; sie liegen nur wenige Häuserblocks voneinander entfernt, und in einer Viertelstunde siehst du zwei völlig verschiedene Antworten auf die Frage, wie ein Hochhaus aussehen soll. Alle Bauten des Ratgebers sind auf der Karte weiter unten zu sehen, und wie Rasterstädte wie Manhattan geplant wurden, beschreibt der Ratgeber zur Stadtplanung im Lauf der Geschichte.
Darauf achten
- Brooklyn Bridge: die Spitzbögen der Türme und die Schrägseile
- Chrysler Building: die Spitze aus rostfreiem Stahl
- Empire State Building: die Rücksprünge nach oben
- Seagram Building: der Platz und die Bronzeprofile
- Guggenheim-Museum: die Rampe um den Lichthof
- AT&T Building: der gebrochene Giebel aus rosa Granit
Übung
Warum steht das Seagram Building zurückgesetzt von der Park Avenue?
- Weil der Boden unmittelbar an der Straße kein Hochhaus trug
- Um der Stadt einen offenen Platz vor dem Haus zu geben
- Weil die Bauvorschriften das in den 1950er-Jahren verlangten
- Brooklyn Bridge
- Seagram Building
- Guggenheim-Museum
- AT&T Building
- Geschichte des Wolkenkratzers
- höchsten Gebäuden der Welt
- Mies van der Rohe
- Frank Lloyd Wright
- berühmten Museumsbauten
- Sternennacht
- Les Demoiselles d’Avignon
- Die große Welle vor Kanagawa
- postmodernen Architektur
- Stadtplanung im Lauf der Geschichte
- Die Geschichte des Wolkenkratzers: von Chicago bis zum Burj Khalifa
- Die höchsten Gebäude der Welt im Lauf der Geschichte
- Mies van der Rohe: Weniger ist mehr in Glas und Stahl
- Frank Lloyd Wright: Meister der organischen Architektur
- Kunst in New York sehen: MoMA und Metropolitan
- Ratgeber