Mona Lisa: Leonardos berühmtestes Gemälde erklärt

Die Mona Lisa oder La Gioconda ist ein Porträt, das Leonardo da Vinci um 1503 zu malen begann. Es zeigt vermutlich Lisa Gherardini, die Frau des Kaufmanns Francesco del Giocondo in Florenz. Das Gemälde hängt im Louvre in Paris und ist bekannt für seine weiche Sfumato-Technik und den rätselhaften Blick der Frau.

Fakten

Wer war sie?

Der Name Mona ist eine Kurzform von madonna, meine Dame, und La Gioconda ist ein Wortspiel mit dem Familiennamen Giocondo, der auch heiter bedeutet. Der Kunsthistoriker Giorgio Vasari erzählte schon im 16. Jahrhundert, dass Leonardo die Frau des Francesco del Giocondo, Lisa, malte. Vasaris Angaben werden durch ein Dokument von 1503 gestützt, in dem ein Zeitgenosse vermerkt, dass Leonardo an einem Bild von Lisa arbeitete.

Dennoch vollendete Leonardo den Auftrag soweit bekannt nie. Er behielt das Porträt und nahm es mit nach Frankreich, wo er 1519 starb. König Franz I. kaufte es danach. Deshalb haben Künstler im Lauf der Zeit andere Deutungen des Modells diskutiert, doch die meisten Forscher halten an Lisa Gherardini fest.

Was das Bild besonders macht

Porträts in Florenz zeigten die Person gewöhnlich im Profil. Leonardo drehte stattdessen den Körper in Dreiviertelansicht und ließ den Blick dem des Betrachters begegnen. Die Frau sitzt in einer pyramidenförmigen Komposition mit ruhenden Händen vor sich, und hinter ihr breitet sich eine traumhafte Landschaft aus, mit einem Weg und einer Brücke, die im Dunst verschwinden. Die Perspektive der Landschaft wird blauer und verschwommener, je weiter sie entfernt liegt, die sogenannte Luftperspektive.

Das berühmteste Merkmal ist das Sfumato, die weichen Übergänge um Mundwinkel und Augenwinkel, durch die das Lächeln sich je nach Blickwinkel zu verändern scheint. Leonardo baute das Gesicht aus vielen dünnen Ölglasuren auf. Siehe Techniken für mehr über die Möglichkeiten der Ölmalerei.

Der Diebstahl, der sie weltberühmt machte

Die Mona Lisa war angesehen, aber vor 1911 nicht das berühmteste Bild der Welt. Am 21. August jenes Jahres wurde sie von Vincenzo Peruggia aus dem Louvre gestohlen, einem italienischen Glaser, der im Museum gearbeitet hatte. Zeitungen auf der ganzen Welt berichteten über den Diebstahl, und das Bild wurde überall abgedruckt. Peruggia versteckte das Gemälde über zwei Jahre lang, wurde aber 1913 gefasst, als er versuchte, es in Florenz zu verkaufen, und es wurde nach Paris zurückgebracht.

Damit wurde die Mona Lisa zu einer Ikone. Seitdem wurde sie in unzähligen Zusammenhängen zitiert, parodiert und nachgeahmt. Marcel Duchamp zeichnete 1919 einen Schnurrbart auf eine Postkarte von ihr, einer der bekanntesten Scherze des Dadaismus. Andy Warhol wiederholte sie in den 1960er-Jahren im Siebdruck, was daran erinnerte, wie oft das Bild reproduziert worden war.

Sie heute sehen

Millionen Besucher betrachten sie jedes Jahr. Das Gemälde hängt hinter Schutzglas in einem eigenen Saal des Louvre, und viele sind überrascht, wie klein es ist. Das beste Erlebnis ist deshalb oft, es in hochauflösenden Bildern aus der Nähe zu studieren oder mit anderen Porträts der Renaissance zu vergleichen; siehe das Porträt als Thema und die Renaissance.

Die Mona Lisa sollte auch in ihrem Zusammenhang gesehen werden. Leonardos Abendmahl beruht auf derselben genauen Beobachtung, und Raffael lernte von ihm, unter anderem in der Schule von Athen. Die Frage, wie oft Leonardo den Goldenen Schnitt in dem Werk verwendete, ist umstritten; lies den Ratgeber zum Goldenen Schnitt. Die Epoche wird beschrieben unter Renaissance und italienische Renaissance.

Daran erkennst du ihn

Übung

Was geschah 1911 mit der Mona Lisa?