Monet oder Manet? Der Unterschied zwischen zwei oft verwechselten Namen

Der Unterschied zwischen Monet und Manet lässt sich leicht merken, wenn man die Werke sieht. Édouard Manet (1832–1883) malte Menschen im modernen Paris, mit kräftigen Kontrasten und viel Schwarz, und stellte nie mit den Impressionisten aus. Claude Monet (1840–1926) war der Anführer des Impressionismus und malte das Licht in Landschaft und Wasser, mit kurzen, reinen Pinselstrichen. Manet war das ältere Vorbild, Monet derjenige, der den Schritt ganz vollzog.

Fakten

Warum die Namen verwechselt werden

Die Namen unterscheiden sich nur in einem Buchstaben, die beiden waren gleichzeitig in Paris tätig, kannten einander und werden oft im selben Satz genannt. Schon in den 1860er-Jahren kam es vor, dass Kritiker sie durcheinanderbrachten. Als der junge Monet 1865 zwei Meeresbilder im Salon ausstellte, hielten manche Besucher sie für Werke Manets, eine Geschichte, die oft als Beginn ihrer Bekanntschaft erzählt wird.

Und doch lassen sie sich leicht unterscheiden, sobald man die Bilder sieht. Sie hatten ein unterschiedliches Alter, unterschiedliche Ziele und ein unterschiedliches Verhältnis zum Impressionismus. Manet war acht Jahre älter und wollte vom offiziellen Salon anerkannt werden. Monet wollte weg von ihm und etwas Eigenes schaffen.

Manet: der Mensch in der modernen Stadt

Édouard Manet stammte aus einer wohlhabenden Pariser Familie und wurde bei einem akademischen Lehrer ausgebildet. Seine Vorbilder waren die Spanier, vor allem Velázquez, und der Niederländer Frans Hals, von denen er lernte, breite, gerade Flächen zu malen und Schwarz als Farbe zu verwenden. Seine Motive waren Menschen: eine Frau in einer Bar, eine Gesellschaft im Park, eine Sängerin, das Porträt eines Freundes.

Manet wurde durch Skandale bekannt. „Das Frühstück im Grünen“ wurde 1863 im Salon des Refusés gezeigt, mit einer nackten Frau unter bekleideten Männern in einem Park. „Olympia“, ebenfalls 1863 gemalt und 1865 im Salon gezeigt, ist eine nackte Frau, die den Betrachter direkt ansieht. Das Empörende war nicht die Nacktheit, sondern dass sie keine Göttin war, sondern eine zeitgenössische Frau in Paris. Manet malte sie flach, mit scharfen Kontrasten zwischen heller Haut und dunklem Hintergrund – fast ohne die weichen Übergänge, die die Akademie verlangte.

Damit wurde Manet zum Vorbild für die jüngeren Künstler, stellte aber nie in den eigenen Ausstellungen der Impressionisten aus. Er reichte seine Werke sein Leben lang weiter im Salon ein. Mehr über seinen Hintergrund findest du im Ratgeber zum Realismus.

Monet: das Licht in der Landschaft

Claude Monet wuchs in Le Havre an der Kanalküste auf und lernte vom Landschaftsmaler Eugène Boudin, im Freien zu malen. Er wollte das Licht eines Augenblicks festhalten: Sonne auf dem Wasser, Dunst über einem Hafen, Schatten auf Schnee. Deshalb malte er schnell, mit kurzen Strichen reiner Farbe nebeneinander, und verzichtete oft darauf, Schwarz in die Schatten zu mischen.

„Impression, Sonnenaufgang“ von 1872 zeigt den Hafen von Le Havre im Morgendunst, mit einer orangefarbenen Sonne, die sich im grauen Wasser spiegelt. Es wurde in der ersten gemeinsamen Ausstellung in Paris 1874 gezeigt, und ein Kritiker gab der ganzen Gruppe nach dem Titel den Namen Impressionisten, als Spott. Monet wurde zum Anführer der Bewegung und hielt von allen am längsten an ihrer Methode fest. Später malte er Serien desselben Motivs in unterschiedlichem Licht – Heuhaufen, die Kathedrale von Rouen – und ab 1883 seinen Garten in Giverny mit dem Teich und den Seerosen.

Monet lebte lange, bis 1926, und seine späten, großen Seerosenbilder weisen auf die abstrakte Malerei voraus. Siehe den Ratgeber zum Impressionismus.

Wo sie sich trafen

Trotz der Unterschiede standen sie einander nah. Im Sommer 1874 arbeitete Manet gemeinsam mit Monet in Argenteuil bei Paris, und dabei hellte sich seine Palette auf. Er malte Monet, wie dieser in seinem Boot saß und malte, das er zum Atelier eingerichtet hatte. Berthe Morisot, die mit den Impressionisten ausstellte, heiratete im selben Jahr Manets Bruder Eugène.

Manets letztes großes Gemälde, „Die Bar in den Folies-Bergère“ von 1882, zeigt, wie nah er dem Licht des Impressionismus gekommen war, doch das Motiv ist weiterhin ein Mensch in der modernen Stadt. Im Netzwerk der App sieht man die Verbindungen zwischen ihnen und dem übrigen Kreis, darunter Renoir, Degas und Pissarro.

So hältst du sie auseinander

Siehst du einen Menschen im Zentrum, in städtischer Umgebung oder im Atelier, mit schwarzer Kleidung und starken Kontrasten, ist es wahrscheinlich Manet. Siehst du eine Landschaft, ein Gewässer, einen Garten oder eine Straße aus der Ferne, aufgelöst in helle, kurze Pinselstriche, ist es wahrscheinlich Monet. Eine Merkregel: Manet mit a wie in Olympia, Monet mit o wie in Sonnenaufgang und Seerosen.

Lege sie in Vergleichen nebeneinander, „Olympia“ gegen „Impression, Sonnenaufgang“, und der Unterschied zeigt sich sofort. „Olympia“ hängt im Musée d’Orsay und „Impression, Sonnenaufgang“ im Musée Marmottan Monet, beide in Paris; siehe den Ratgeber Kunst in Paris sehen und den französischen Impressionismus.

So unterscheidest du sie

Übung

Wer von beiden stellte 1874 in der ersten Impressionistenausstellung aus?