Die Sternennacht von Van Gogh: Bild, Ort und Techniken
Die Sternennacht ist ein Ölgemälde von Vincent van Gogh vom Juni 1889, gemalt, während er in einer Heilanstalt in Saint-Rémy-de-Provence in Frankreich lebte. Es zeigt einen wirbelnden Nachthimmel über einer kleinen Stadt, mit einer dunklen Zypresse im Vordergrund. Das Gemälde hängt seit 1941 im Museum of Modern Art in New York.
Fakten
- Künstler: Vincent van Gogh (1853–1890)
- Entstehung: Juni 1889, Saint-Rémy-de-Provence
- Technik und Maße: Öl auf Leinwand, ca. 74 × 92 cm
- Standort: Museum of Modern Art (MoMA), New York, seit 1941
- Stil: Postimpressionismus
Das Bild und seine Geschichte
Vincent van Gogh zog im Mai 1889 nach einem psychischen Zusammenbruch in Arles im Dezember 1888 freiwillig in die Heilanstalt Saint-Paul-de-Mausole in Saint-Rémy. Vom Fenster seines Zimmers blickte er auf einen Hügel und einen Morgenhimmel, und im Juni malte er die „Sternennacht“. Das Bild ist jedoch nicht vor Ort gemalt. Er malte es tagsüber aus der Erinnerung und der Fantasie, und das Dorf und der Kirchturm sind nach seiner Erinnerung an die Niederlande zusammengesetzt.
Van Gogh liebte die Nacht und schrieb seinem Bruder Theo, dass die Sterne ihn träumen ließen. Schon 1888 hatte er in Arles Nachtszenen gemalt, darunter „Sternennacht über der Rhône“. Doch in Saint-Rémy wurde der Himmel größer und dramatischer als zuvor. Das Gemälde wurde erst nach seinem Tod 1890 populär. Während seiner Zeit in der Heilanstalt malte er Weizenfelder, Olivenbäume und Zypressen der Umgebung, und die „Sternennacht“ ist eines der wenigen Nachtmotive aus dieser Zeit.
Den Himmel betrachten
Das Erste, was man sieht, ist der Himmel: Wirbel und Spiralen in Blau, Gelb und Weiß, mit elf großen, leuchtenden Sternen und einem gelben Halbmond. Die Pinselstriche sind kurz, kräftig und sichtbar, und die Farbe ist dick aufgetragen, sodass die Oberfläche fast wie ein Relief wirkt. Der helle Stern nahe am Horizont wurde oft als Venus identifiziert, die im Juni 1889 in der Morgendämmerung hell leuchtete.
Gegen den bewegten Himmel stehen die dunkle Zypresse links wie eine Flamme, bisweilen mit einem ägyptischen Obelisken verglichen, und das ruhige Dorf unten im Tal. Der Kirchturm zeigt nach oben, wird aber von der Bewegung des Himmels überrumpelt. Der Kontrast zwischen der Stille der Erde und der Kraft des Himmels lässt viele das Bild als Mischung aus Sehnsucht und Unruhe deuten. In einem Brief vom Juni 1889 schrieb er, die Zypressen beschäftigten ihn ständig und er wolle sie malen wie die Sonnenblumen.
Warum diese Farben und Formen
Van Gogh hatte von den Impressionisten gelernt, helle Farben zu verwenden, doch er nutzte sie nicht, um einen Augenblick wiederzugeben wie in „Impression, Sonnenaufgang“. Er wollte Gefühl ausdrücken. Deshalb steht er Gauguin und den frühen Expressionisten nahe, und sein Werk zählt zum Postimpressionismus; lies im Ratgeber zum Postimpressionismus.
Seine „Sonnenblumen“ zeigen dieselbe dicke, ausdrucksstarke Farbe. Edvard Munch malte 1893 seine eigene Sternennacht. Van Goghs Farbe und Pinselführung beeinflussten die Fauvisten und die deutschen Expressionisten. Siehe auch „Der Schrei“ für einen anderen Himmel voller Gefühl, und lies über den Expressionismus.
Nachleben
Van Gogh verkaufte zu Lebzeiten fast keine Bilder. Er starb 1890 nach einem Schuss, nur 37 Jahre alt, und erst nach seinem Tod wuchs sein Ruhm, teils durch den veröffentlichten Briefwechsel mit Theo. Heute ist die „Sternennacht“ eines der meistreproduzierten Bilder der Welt, auf Plakaten, Tassen, in Filmen und in Don McLeans Lied „Vincent“ von 1971, das mit den Worten „Starry, starry night“ beginnt.
Die „Sternennacht“ ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein Bild einen inneren Zustand ausdrücken kann, ohne eine realistische Landschaft zu sein. Achte auf Bewegung, Richtung und Rhythmus der Pinselstriche statt auf Details. Siehe auch die Themen Nacht, Himmel und Landschaft und vergleiche mit dem Impressionismus.
Daran erkennst du ihn
- Wirbelnde, rhythmische Pinselstriche im Himmel
- Kräftige Blau- und Gelbtöne im Gegensatz zueinander
- Dicke, sichtbare Farbe mit Relief
- Dunkle Zypresse als senkrechter Kontrast
- Aus Erinnerung und Fantasie gemalt, nicht nach dem Motiv
- Das Gefühl ist wichtiger als genaue Wiedergabe
Übung
Wo malte Van Gogh die Sternennacht?
- In Paris
- In einer Heilanstalt in Saint-Rémy
- In Amsterdam
- „Sternennacht“
- Impressionisten
- „Impression, Sonnenaufgang“
- Gauguin
- Postimpressionismus
- Postimpressionismus
- „Sonnenblumen“
- Edvard Munch
- „Der Schrei“
- Expressionismus
- Nacht
- Himmel
- Landschaft
- Impressionismus
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