Kunst in Rom und im Vatikan sehen

Die bekannteste Kunst in Rom befindet sich in den Vatikanischen Museen, mit Michelangelos Decke der Sixtinischen Kapelle, Raffaels „Schule von Athen“ und der antiken Laokoon-Gruppe. In den Kirchen der Stadt hängen Caravaggios Gemälde noch dort, wo sie einst in Auftrag gegeben wurden, und Berninis Skulpturen und Brunnen finden sich in der Galleria Borghese und auf den Plätzen der Stadt. Rom ist eine Stadt, in der sich viel von der Kunst noch an den Orten befindet, für die sie geschaffen wurde.

Fakten

Vatikanische Museen: von Laokoon bis Raffael

Die Vatikanischen Museen sind eigentlich eine lange Reihe von Museen im Palast der Päpste, und der Weg bis zur Sixtinischen Kapelle ist lang. Die Sammlungen begannen mit den antiken Skulpturen, die Papst Julius II. Anfang des 16. Jahrhunderts im Belvederehof aufstellen ließ. Die berühmteste ist die Laokoon-Gruppe, der Priester und seine Söhne im Kampf mit den Meeresschlangen. Die Gruppe wurde im Januar 1506 in einem Weinberg in Rom ausgegraben, und Michelangelo war dabei, als der Fund untersucht wurde. Die gespannten Muskeln und das schmerzverzerrte Gesicht zeigen, wie der Hellenismus Gefühle wecken wollte und nicht nur Ideale zeigen.

Weiter hinten liegen die Stanzen Raffaels, die Raffael und seine Werkstatt für denselben Papst malten. In der Stanza della Segnatura befindet sich die „Schule von Athen“, mit Platon und Aristoteles in der Mitte und den Philosophen der Antike ringsum in einer gewaltigen Gewölbearchitektur. Die Fresken wurden um 1509–1511 gemalt, zur selben Zeit, als Michelangelo ein Stück weiter in der Kapelle arbeitete. Lies den Ratgeber „Die Schule von Athen“: wer ist wer?, bevor du gehst, dann findest du Diogenes auf der Treppe und Raffael selbst ganz rechts. In der App gibt es auch ein Bild des Freskos zum Anzeigen, in dem die Figuren Namen tragen.

Sixtinische Kapelle

Die Kapelle bildet das Ende des Rundgangs und ist fast immer überfüllt. Die Decke malte Michelangelo 1508–1512 im Auftrag Julius’ II. In der Mitte werden neun Szenen aus dem Ersten Buch Mose erzählt, und die bekannteste von ihnen ist die „Erschaffung Adams“, in der sich die Zeigefinger Gottes und Adams fast berühren. Der Zwischenraum zwischen den Händen ist die Mitte des Bildes: Das Leben ist noch nicht übertragen worden. Um die Szenen sitzen Propheten und Sibyllen und die nackten jungen Männer, die Ignudi genannt werden.

Michelangelo malte stehend auf einem von ihm selbst entworfenen Gerüst, mit zurückgebeugtem Kopf, und er lag also nicht auf dem Rücken, wie oft behauptet wird. Später kehrte er zurück und malte das „Jüngste Gericht“ an der Altarwand. Die Restaurierung in den 1980er-Jahren entfernte Ruß und alte Schichten von Leim und Firnis, und zum Vorschein kamen die klaren Farben, die heute zu sehen sind. Vergiss die Wände nicht, an denen Botticelli und andere Meister des 15. Jahrhunderts schon vor der Decke Szenen aus dem Leben von Moses und Christus malten. Wie echtes Fresko in nassen Putz gemalt wird, erklärt der Ratgeber über Fresko, Tempera und Öl.

Caravaggio in den Kirchen der Stadt

Einer der großen Vorzüge Roms ist, dass sich viel von der Kunst noch dort befindet, wo sie in Auftrag gegeben wurde. In der Kirche der Franzosen, San Luigi dei Francesi, nahe der Piazza Navona, hängen Caravaggios drei Gemälde über den Apostel Matthäus in der Contarelli-Kapelle. Die „Berufung des Matthäus“ wurde 1600 gezeigt und war sein erster großer öffentlicher Auftrag. Jesus zeigt in einen halbdunklen Raum, in dem der Zöllner mit seinen Gefährten sitzt und Geld zählt, und ein scharfes Licht fällt schräg von rechts entlang seines Arms ein. Wer von den Männern am Tisch Matthäus ist, ist tatsächlich bis heute umstritten.

Die Kirche kann kostenlos besucht werden, doch die Kapelle ist dunkel, und eine kleine Gebühr schaltet die Beleuchtung für eine Weile an. Das Bild zog junge Maler aus ganz Europa an, und wie sein Hell und Dunkel funktioniert, erklärt der Ratgeber über Sfumato und Chiaroscuro. Weitere Werke Caravaggios finden sich in den Kirchen Sant’Agostino und Santa Maria del Popolo sowie in der Galleria Borghese.

Bernini: Bildhauer und Stadtbaumeister

Gian Lorenzo Bernini prägte das barocke Rom mehr als jeder andere. Sein Durchbruch kam mit den Marmorgruppen für Kardinal Scipione Borghese in den 1620er-Jahren, die noch immer in der Galleria Borghese stehen. In „Pluto und Proserpina“ drücken sich die Finger des Gottes in den Schenkel des Mädchens, als wäre der Stein Haut, und in „Apollo und Daphne“ wachsen Blätter und Wurzeln aus der Nymphe, während der Gott nach ihr greift. Das Museum nimmt nur Besucher mit gebuchtem Termin auf, das Ticket muss also im Voraus besorgt werden.

Bernini war auch Architekt, und deshalb findet er sich sowohl im Kunst- als auch im Architekturbereich. Er schuf den Bronzebaldachin über dem Papstaltar im Petersdom und die zwei Kolonnaden, die den Petersplatz umarmen. Auf der Piazza Navona steht sein Vierströmebrunnen, und in der kleinen ovalen Kirche Sant’Andrea al Quirinale wird der Raum zum Theater, in dem der Apostel Andreas zur Kuppel aufsteigt. In Santa Maria della Vittoria befindet sich die „Verzückung der heiligen Teresa“, in der ein verborgenes Fenster das Licht über die Heilige fallen lässt. Sein Rivale Francesco Borromini wird im Ratgeber Bernini und Borromini behandelt.

Antike, Renaissance und Barock im Stadtbild

Die antike Stadt liegt mitten in der modernen. Das Pantheon, unter Kaiser Hadrian erbaut, hat eine Kuppel aus Gussbeton mit einer offenen Öffnung im Scheitel, und der Raum ist ebenso hoch wie breit, 43 Meter. Das Kolosseum, der Konstantinsbogen und die Trajanssäule liegen in Gehweite voneinander. Die Säule ist selbst eines der großen Kunstwerke der Antike: Ein Reliefband windet sich in 23 Windungen um den Schaft und erzählt vom Krieg des Kaisers gegen die Daker.

Die Renaissance zeigt sich im Tempietto, Bramantes kleinem Rundtempel an der Stelle, an der Petrus der Überlieferung nach gekreuzigt wurde, und im Palazzo Farnese, wo Michelangelo das kräftige Kranzgesims entwarf. Der Palast ist heute die Botschaft Frankreichs, doch in der Galerie befinden sich Annibale Carraccis Deckenfresken. Das Il Gesù der Jesuiten zeigt den Barock in voller Kraft: Im Deckenfresko scheint der Himmel in die Kirche zu strömen, und Stuckfiguren gleiten über den Rand des Rahmens hinaus. Der Ratgeber des Architekturbereichs Architektur in Rom führt durch die Bauwerke der Stadt von der Antike bis heute.

Die Künstler, die nach Rom kamen

In den Daten der App haben 32 Künstler Rom als Wirkungsort, von Fra Angelico im 15. Jahrhundert bis Giorgio de Chirico im 20. Jahrhundert. Mehrere hundert Jahre lang gehörte eine Zeit in Rom zur Ausbildung von Künstlern aus ganz Europa. Nicolas Poussin und Claude Lorrain lebten dort den größten Teil ihres Lebens, und Rubens arbeitete Anfang des 17. Jahrhunderts einige Jahre in der Stadt.

Für Schweden war Rom ebenso wichtig. Johan Tobias Sergel lebte dort 1767–1778 und schuf seinen „Faun“ im Geist der Antike, und der Däne Bertel Thorvaldsen blieb über vierzig Jahre. Die Bildhauer Byström und Fogelberg lebten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Rom, und Carl Milles verbrachte dort einen großen Teil seiner letzten Jahre. Im Netzwerk kannst du sehen, wer gleichzeitig in der Stadt war.

So planst du deinen Besuch

Die Vatikanischen Museen und der Petersdom liegen nebeneinander, haben aber unterschiedliche Eingänge und Warteschlangen. Buche das Ticket für die Museen im Voraus und rechne mit einem halben Tag; für die Galleria Borghese ist eine Buchung Pflicht. Die Kirchen im Zentrum wie San Luigi dei Francesi, Sant’Agostino und Santa Maria del Popolo kosten keinen Eintritt, schließen aber oft mittags. Bedecke in den Kirchen und im Petersdom Schultern und Knie.

Lies gern den Ratgeber über den Barock, um Caravaggio und Bernini zu verstehen, und den über die Renaissance für Raffael und Michelangelo. Auf der Karte der App sind die Vatikanischen Museen und San Luigi dei Francesi eingezeichnet. Die Ratgeber über Paris und Stockholm tun dasselbe für zwei andere Städte.

Nicht verpassen

Übung

Wo hängt Caravaggios „Berufung des Matthäus“?